vulkanland.at
Steirisches Vulkanland
Aufbruch zur Einzigartigkeit
Benutzer: Kennwort:   
Home  >  Handwerksregion  >  Altes Handwerk  >  "Altes Handwerk" << Schritt zurück
Vulkanland-Frühling
Alles neu im Frühling
mehr >>
Meisterkultur-Sommer
Feurige Kraft. Meisterkultur
mehr >>
Kulinarischer Herbst
Herbstgenüsslich
mehr >>
Stiller Advent
Besinnlicher Advent
mehr >>
Top Downloads des Monats
mehr >>
Partner-Links
Empfehlenswerte Seiten...
mehr >>
 
Steirisches Vulkanland
 
Handwerksregion
 
Kulinarische Region
 
Region der Lebenskraft
 
Lernende Region
 
Agenda 21
 
Energievision 2025
 
Interaktiv
 
Weitere Plattformen
 
Veranstaltungskalender
 
Wild Wombat MTB Challenge

Wild Wombat MTB Challenge

mehr >>
 
Caldera-Fest
Zu einer sinnlichen Versuchung laden die sieben Caldera-Bauern aus dem Steirischen Vulkanland ein. D...
mehr >>
 
WIFI Verhalten am Telefon
Das Telefon, eine Visitenkarte Ihres Unternehmens! Ohrenkontakt statt Augenkontakt - diese Ausgangss...
mehr >>
"Altes Handwerk"
Drucken
In einem alten Sprichwort heißt es „Handwerk hat goldenen Boden“. Trotzdem ist ohne besondere Anstrengungen für jedermann leicht feststellbar, dass unzählige Handwerksbereiche vor dem Aussterben stehen und nur mehr einzelne Handwerker so manche alte Profession beherrschen und rationell betreiben können. Einige dieser Handwerke habe ich versucht in dieses Buch aufzunehmen. Während viele dieser Handwerke verschwunden, bringt die Zeit und vor allem die ungeheure technische Entwicklung mit sich, dass wiederum völlig neue Handwerke entstehen. Es ist daher notwendig, das Wissen und Können der letzten Vertreter dieser Handwerksbereiche, die oft nur mehr in Resten ihrer Hauswerkstätten arbeiten, zu dokumentieren. Leider ist dies nicht umfassend möglich, denn zu viele Handwerksbereiche stehen vor dem Aus oder vor gravierenden Veränderungen. Es konnte daher nur nach einem individuell getroffenen Auswahlverfahren vorgegangen werden, was wiederum eine subjektive Schau auf die Gesamtproblematik mit sich bringt.

Der Ursprung aller Kunst ist das Handwerk. Das Mittelalter konnte weder finanziell noch soziologisch eine Trennung von Kunst und Handwerk, weil jede Kunstausübung eine handwerkliche Seite hat. Einst galten die heute so hoch geachteten Kunstwerke eines Lukas Cranach, Tilman Riemenschneider, Albrecht Dürer oder Veit Stoß als „Handwerksprodukt“. Als Kunst galten nur die Darbietungen der Komödianten, Artisten, die keinen Zunftzwang und keiner Zunftordnung unterlagen. Von kunstvoll angefertigten Arbeiten sage man einst: „Dies schuf man zu einer Zeit, als das Handwerk war der Kunst gezweiht“.

Schuster

Handwerk ist das „Werk der Hände“. Und es heißt, wenn jemand unfachgemäß ein Handwerk ausübt, dass ihm das Handwerk gelegt werden kann. Wenn einem jemand in das Handwerk pfuscht, so hat dieser eine Arbeit ausgeführt, die nicht seinem Handwerksstand gerecht war. Das Handwerk hatte in der vorindustriellen Gesellschaft seinen goldenen Boden. Betrachtet man das Handwerk von der entwicklungsgeschichtlichen Seite her, so stellt man fest, dass das Handwerktum aus dem Bauernstand hervorgegangen war. Der Bauer ist ein eigenständiger Handwerker. Er versteht es, unzählige Handwerksbereiche auszuüben wie bestimmte Gebäude zu errichten, mit Holz und Stein umzugehen, verschiedene Geräte herzustellen und seine Maschinen zu reparieren. Der Bauer ist ein universeller Bastler und Handwerker, dessen Kenntnisse bis in den Bereich der Volksmedizin reichen.

Aus dem bäuerlichen Halb-Handwerker entstanden spezialisierte Berufshandwerker wie Zimmermann, Schmied, Wagner, Tischler, Seilmacher, Sattler, Schneider und Schuhmacher. Doch die Realteilung ließ die bäuerlichen Besitzgrößen bedrohlich absinken, sodass sich der Bauer einen Nebenerwerb suchen musste, was zum Nebenerwerbslandwirt führte. Nur so konnte die meist kinderreiche Familie ernährt werden. Denn bei der Familienplanung handelte der Bauer entsprechend der Kanzelpredigten der Pfarrherren: „Wachset und mehret euch!“

Strohkorbflechter

Die meisten in den alten Werkstätten erzeugten Gegenstände, die wir heute in Verwendung haben, können bereits aus Kunststoff hergestellt werden. Die Einzelanfertigung und handgefertigte Arbeit tritt immer mehr in den Hintergrund, denn zu groß sind die Kosten und die Produktion haben Maschinen übernommen. Diese Produkte verlieren zumeist die persönliche Wärme des ursprünglichen Erzeugers. Sie wirken somit als Massenware kalt und ausstrahlungslos. Nur wenige Konsumenten wünschen sich Einzelstücke, die wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Sicherlich trägt die Massenproduktion dazu bei, dass viele Menschen Dinge kaufen können, von denen sie vor Jahrzehnten nur träumen konnten. Doch ein Großteil davon landet bald wieder auf dem Müllplatz, was wiederum beweist, dass ihre Herstellung nur für einen kurzen Moment für Freude gesorgt hat und auf längere Zeit gesehen überflüssig war. Die Überlebenschance für viele Handwerksbereiche liegt also beim Konsumenten, der sich für Einzelstücke in Handarbeit oder für Massenware entscheiden kann.

Es muss als wahres Glück bezeichnet werden, dass es noch immer Handwerker gibt, die den alten Handwerksgriffen folgend, diverse Handwerke weiterführen. Einige von denen, die ich besuchte, sperrten ihre als Lagerräume umfunktionierten Werkstätten noch einmal auf und führten mir vor, wie sie vor Jahrzehnten ihre Arbeit verrichteten. Allen die am Zustandekommen dieser Dokumentation beigetragen haben, möchte ich somit herzlich danken. Ich hoffe, dass ich mit diesem Buch einen kleinen Beitrag zur Bewahrung ihres handwerklichen Könnens leisten kann.

Johann Schleich

Martin Harpf

 

© www.vulkanland.at - Team
Home | Impressum | Presse | Anfrage | Sitemap | RSS-Feeds
» Vulkanland auf Facebook
» Neu! - Vulkanland Wikitude
» Vulkanland Chornetzwerk
» Vulkanland Theaterbühnen
» Vulkanland Karte starten
» MUNDART AUHEAR'N
» Vulkanland Handyversion