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Schmiede
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Hufschmied
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Wagenschmied
Wagenschmiede im Vulkanland
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Der Hufschmied

Graz hatte am Ende des 17. Jahrhunderts fünf Hufschmiede mit 17 Gesellen und 5 Jungen. Die Hufschmiedeordnung aus dem Jahr 1604 forderte als Meisterstück einen Hufbeschlag, ein Fensterkorbgitter und eine Weingartenliane. Es wird angenommen, dass der älteste Handwerker der Schmied ist. Um 1135 wir der Schmied Otto Faber in Admont genannt und in Graz hören wir von einem Schmied im Jahr 1259. Die Schmiede durften sich in Graz nur in der Schmiedgasse ansiedeln. 1617 bestand in der Stadt eine Zunft der Schmiede.

Der Hufschmied schmiedete einst alle Hufeisen selbst. In jüngerer Zeit bekam er Hufeisenrohlinge zu kaufen, die er für en jeweiligen Gebrauch nur mehr in die richtige Form und Größe zuzuschneiden hatte.

Der alte Feldbacher Huf- und Wagenschmied Ranz Perger (geboren 02. 02. 1910) erinnert sich an seine Ausbildung zum Hufschmied: „Für das Wagenschmiedgewerbe musste man den Beruf erlernen, wie ich das nach fünf Klassen Volksschule und 3 Klassen Bürgerschule, von 1924 bis 1927 in Mürzzuschlag tat, und die Meisterprüfung ablegen. Für den Hufbeschlag benötigte man eine eigene Konzessionsprüfung. Dafür musste ich 1934 sechst Monate lang in Graz in einer Werkstätte lernen und arbeiten. Hier erlente ich auch, wie man aus zwei alten Hufeisen eine neues schmiedet. Nach Ablegung der Konzessionsprüfung durfte man auch den Hufbeschlag durchführen“.

Hufeisen wird geschmiedetSechs Monate lang hatten die zum Hufschmied Auszubildenden alle anfallenden Kosten, ohne einen Gehalt zu bekommen, selbst zu finanzieren. Nur das Zimmer wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Zwei Meister waren in dieser Grazer Ausbildungswerkstätte tätig, wo vorwiegend die Pferde der Polizei, der Spediteure, aber auch jene von der Trabrennbahn Graz beschlagen wurden. Die Polizeipferde wurden mit eigenen speziellen Hufeisen beschlagen. Es gab überhaupt eine Vielzahl von unterschiedlichen Hufeisen.

Gewisse Pferde schlugen beim Gehen mit den Hufen an der Hufinnenseite aneinander. Diese wurden mit „Strefeisen“ beschlagen, die an der Innenseite keine Stollen hatten, sodass die beiden Hufe in den Stollen nicht hängen blieben. Auf manche Hufe wurden an der Unterseite Stollen befestigt, damit das Pferd bei schlechten Witterungsverhältnissen nicht rutschte. Es gab H-Stollen, gewöhnliche Stollen und Stollen mit Hartmetallstifte. Aber auch orthopädische Hufe mussten bei Hufkrankheiten angefertigt werden. So gab es z.B. den Platthuf, oder Körperfehler und Gangartfehler mussten mit dem Hufeisen ausgeglichen werden. Auch die Vordereisen unterschieden sich von den Hintereisen. Vordereisen waren rund, hingegen Hintereisen herzförmig. Reitpferde wurden mit Flacheisen oder Pantoffeleisen beschlagen, während Zugpferde meist Stolleneinsen aufgenagelt bekamen.

Hufeisen

 Angefertigt werden können Hufeisen aus einem Stabeisen in der Größe von 30 x 10 mm. In der richtigen Länge abgeschnitten, wird das Eisen im Schmiedfeuer eingeschlagen. An der Vorderseite werden der Griff und an den beiden Enden die Stollen mit Schmiedfeuer (Feuerschweißen) aufgeschweißt. Das Feuer in der Esse wird mit speziellen Schmiedekohlen entfacht.

Das alte Hufeisen wird dem Pferd vom Huf gerissen und der Huf zurechtgeschnitten (geputzt) und korrigiert. Das neue Eisen wird nun glühend auf den Huf aufgebrannt (aufgepasst), wonach der Hufschmied sieht, wo noch Korrekturen anzubringen sind. Bei dieser Anpassung verbrennen Hufteile, was weithin zu riechen ist. Bevor der Huf nun endgültig mit dem Hufeisen und den Hufnägeln beschlagen wird, müssen die Kanten der Eisen abgeschliffen und entschärft werden. Auch das Aufnageln der Hufeisen erfordert gründliches Fachwissen, da man den Fuß sonst vernagelt und das Tier verletzt.

Das Beschlagen von Pferden ist Schwerstarbeit. Wenn der Hufschmied den Pferdefuß aufhebt, lehnt sich das Pferd auf die Schulter des Schmiedes.

Beschlagen wurden auch Zugochsen. Dafür bestand in der Perger-Schmiede in Feldbach in der Beschlaghütte ein eigener Beschlagstand, wo der Ochse an der Wand angebunden wurde. Für das Beschlagen der Esel waren eigene kleine Hufeisen notwendig.

Der Hufschmied hatte oft lange Wege zu den Pferdebesitzern zurückzulegen. Vor allem dann, wenn eine beschlagene Stute tragend war und die Geburt des Fohlens bevorstand. Der Hufschmied hatte die Hufe anzunehmen, dass das Fohlen nicht verletzt werden konnte. Bei den Feldbacher Brauereipferden (Brauereiross) wurden am Abend die Hufeisen abgenommen, in der Nacht gerichtet und in der Früh wieder beschlagen. Bei diesen Eisenkorrekturen wurde der Huf nicht geputzt und das Hufeisen in die alten Löcher aufgenagelt.

Das Werkzeug des Hufschmiedes, das Beschlagwerkzeug, besteht aus einem Spezialhammer (Beschlaghammer), einer langen Hufzwickzange für den Huf und einer kurzen für das Abzwicken von Nägel, dem Hufmesser, der Hauklingen, dem Hufreißer, der Raspel, Feile und dem Amboss mit verschiedenen Einsätzen.

Beschlagwerkzeug

 

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Der Wagenschmied

Dorfschmied Franz Pfingstl

In der Schmiede von Franz Pfingstl in Lödersdorf bei Feldbach wurden die alten Schmiedehandwerkstechniken bis in die Zeit des 3. Jahrtausend hinübergerettet. Wenn es gewünscht wird, zeiht der alte Schmiedemeister einen Eisenreifen (Roaf) auf ein hölzernes Wagenrad auf oder beschlägt einen hölzernen Fuhrwagen oder eine Kutsche. Er ist einer der letzten Schmiede im Land, der dabei mit althergebrachtem Werkzeug und Arbeitsmethoden arbeitet.

Liegt das fertige Holzrad zum „Roafaufziehn“ vor, misst der Schmied die für das Rad notwendige Länge des Falcheisens aus. Dafür wird die Holzradfelge seitlich markiert und das Rad auf dem Falcheisen so lange ausgerollt, bis die Markierung wieder auf das Flacheisen trifft. Einige Millimeter nach diesem Markierungspunkt wird das Flacheisen abgeschnitten. Jetzt wird das Flacheisen, das entsprechend der Radgröße bis 10 mm dick sein kann, über das Rad zu einem Reifen aufgerollt. Eine schwere Arbeit, die nicht nur viel Kraft, sondern auch Geschick erfordert. Meister Pfingstl benennt diesen Arbeitsvorgang „z’saumbiagn“. Ist die Rundung gegeben, muss auf dem Amboss mit dem Schmiedhammer der Reifen (Roaf) nachgearbeitet werden. Jetzt wird vom Schmied besonders handwerkliches Können gefordert. In der Esse werden die beiden Reifenenden weißglühend erhitzt und dann überlappend mit dem „Beißer“ so lange daraufgeschlagen, bis sie verschweißt sind. Das so genannte Schmiedefeuerschweißen bedarf viel Erfahrung, da dafür die richtige Hitze notwendig ist. Ist das Eisen zu heiß, brechen die Enden weg. Nach Abkühlen des Reifens beginnt auf dem Amboss das „Goafn“, wobei meist zwei Schmiede mit dem Schmiedhammer die Reifeninnenseite auf einer Seite schräg schlagen, so dass dieser leichter auf das Holzrad aufgezogen werden kann. Während das Holzrad auf eine Montagevorrichtung am Boden befestigt wird, wird der Eisenreifen erhitzt und warm auf die hölzerne Radfelge mit der „Roafziehn“ und unter Hammerschlägen aufgezogen. Jetzt muss alles schnell gehen. Das Rad wird in kaltem Wasser abgekühlt, wodurch sich der Eisenreifen zusammenzieht und fest auf der Felge sitzt. Ist der Schmied zu langsam, kann es vorkommen, dass die Holzfelge zu brennen beginnt und somit das Rad zerstört ist.

Auf die Radnabe, dort wo die Speichen ansetzen, wird der eiserne Speichenring und über dem Achsenloch wird der Nabenring aufgezogen. In das Achsenloch wird der Nabenring aufgezogen. In das Achsenloch kommt die eiserne Büchse. Auf das Achsenende wird eine Hülse mit Loch, der „Stößl“, der mit der „Laund“ befestigt wird, gestülpt.

Die vom Wagner gebauten hölzernen Kutschen und Wagen aller Art werden in Einzelteilen zum Schmied gebracht, der nun alle Eisenteile maßgetreu anfertigt, mit denen die Holzteile zum fahrbaren Wagen zusammengehalten werden. Ein Wagengestell (Fahrgestell) besteht aus dem Vorder- und Hinterwagen. Im „Schmiedfeuer geweißt“ werden die verschiedensten Eisenbänder, Eisennägel, Zugbänder, Kipfstockringe, Reibbogen und Reibscheid, um nur einige von den alten Wagenschmiedearbeiten zu nennen.

Der Lödersdorfer Pfingstl-Schmied fertigte auch Klampfen, Mauerschließen, Zugschrauben, Pflüge und Gretterteile sowie Eggen an. Die Pflugschar kaufte er vorgefertigt in Form einer zugespitzten Pflugeisenplatte, die er dann entsprechend zurechtschmiedete. Alte Pflugscharen wurden geschärft oder bei starker Abnützung aufgedoppelt. Das Sechseisen für den Pflug wurde speziell angefertigt. Das hölzerne Eggengestell wurde vom Schmied mit handgeschmiedeten Eggenzähnen geschlagen.

Vorderwagen

 

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