Innovationspreis 2026 – das waren die Preisträger:innen in den Kategorien Kulinarik, Lebenskraft und Handwerk
10. Februar 2026

Kategorie Kulinarik
Der Innovationspreis des Steirischen Vulkanlandes in der Kategorie Kulinarik wurde in der neuen, repräsentativen Aula der Mittelschule Gnas verliehen. Und der große Sieger des Abends war St. Anna am Aigen. Die Marktgemeinde präsentierte sich „in full effect“. Andrea Scharl vom gleichnamigen Weinhof in Plesch holte gemeinsam mit ihrer Schwester Heidemarie Sudy den Hauptpreis des Abends. Ihre Kreation der „Amarie“ als alkoholfreier „Sprudelersatz“ begeisterte die Jury. Nicht nur das Design, sondern auch die raffinierte, trinkfreudige Kreation und die frühzeitige Integration des „Alkoholfrei-Trends“ ins Weingut überzeugten. Und auch einer von gleich drei dritten Plätzen ging nach St. Anna. „Milchmädchen“ Sonja Trummer holte sich den Stockerlplatz mit ihrem frisch entwickelten „Ziegenmilch-Karamell“. Prädikat „Suchtfaktor“, wie sie versicherte. Der Verein Sekt Anna, ebenfalls in der Weinbaugemeinde beheimatet, wurde für die kreative Kooperations- und Vermarktungsidee, eine „Grand Reserve“ jahrelang in vulkanischem Boden zu vergraben, um sie schließlich als Sekt, der aus dem vulkanischen Grund emporsteigt, zu verkaufen, mit dem Kooperations- und Vermarktungspreis ausgezeichnet. Bürgermeisterin Andrea Pock war sichtlich begeistert, dass der diesjährige Kulinarik-Innovationspreis einen starken Fokus auf St. Anna legte.
Erstmals Hauptpreis für Schule
Erstmals ging ein zweiter Platz im Wettbewerb um die innovativsten verwirklichten Kulinarik-Ideen an eine Schule, nämlich an die Fachschule Schloss Stein in Fehring. Direktorin Ulrike Prutsch nahm die Urkunde mit ihren Schülerinnen und Fachlehrerin Lena-Marie Pregartner für die Erfindung des „Steirer Bao“ mit eiweißreichem Käferbohnen-Tempeh entgegen.
Süße Pilze am Stockerl
Ein weiterer dritter Platz ging an keine Unbekannte, wenn es um Innovationsbewerbe geht. Michaela Friedl aus St. Stefan im Rosental überzeugte mit ihren karamellisierten, süßen Pilzen. Eine Kollaboration mit Zotter Schokolade. Sie war 2021 die Siegerin in der Kategorie Kulinarik.
Regionale Kiwi-Kreation
Und auch Christina und Bernhard Thir mit ihrer Marke „Thir zu liebe“ aus Riegersburg sicherten sich den dritten Platz. Sie schufen mit ihren Mini-Kiwis ein durch und durch regionales Erfrischungsgetränk mit dem klingenden Namen „Wildgrün“.
Hochzeit der Aromen
Einen weiteren Sonderpreis, nämlich den für die Erlebnismanufaktur 2026, bekam Michaela Stangl vom gleichnamigen Obsthof in Paurach bei Feldbach überreicht. Ihr konsequentes „Food-Pairing“ und ihre Suche nach dem genussvollen, wie sie es nennt „Mariage-Effekt“, beeindruckten. Wobei die wissenschaftliche Definition des „Mariage-Effekt“ auch das gemeinschaftliche Essen als Kultur- und Gesundheitsfaktor meint. Und auch dieser Definition wird sie in ihren Verkostungen in bester Weise gerecht.
Hotelfachschule geht neue Wege
Das Business-Angel-Modell der Bad Gleichenberger Tourismusschule wurde mit dem Sonderpreis „Chancengleichheit“ ausgezeichnet. Potente Wirtschaftskapitäne übernehmen darin die Patenschaft für Schüler, die sich die private Hotelfachschule sonst kaum leisten könnten.
Mittelschule setzt auf Honig
Und die Mittelschule Gnas unter der Führung von Direktor Georg Kaufmann wurde für ihre Kooperation mit den Imkern der Gemeinde und der Schaffung eines gesunden Schulgetränkes, der „Go Gnas Honiglimonade“, gemeinsam mit Imker Josef Niederl mit dem Schulinnovationspreis ausgezeichnet.
Leberkäse mit dem gewissen Etwas
Samuel Friesinger von der Friesinger Handel und Marketing GmbH freute sich über den Sonderpreis „Produkt kreativ“. Der „Vitalleberkäse Magnesium plus“ wird mit magnesiumreichem Radkersburger Mineralwasser erzeugt und sei damit ein vitales Genussmittel, wie Friesinger versicherte. Er ergänzte augenzwinkernd: „Wenn man Ketchup und Semmel weglässt, ist er ganz besonders vital.“
Genussvoller Spaziergang
Die Stadtgemeinde Feldbach holte schließlich mit dem „kulinarischen Spaziergang“, der die Gastwirte der Innenstadt vereint, einen Kooperationspreis. Der Spaziergang werde mittlerweile bestens angenommen, so Vizebürgermeisterin Sonja Skalnik. An die drei Stunden müsse man sich für den genussvollen Rundgang Zeit nehmen. Eine Gruppe habe für den lukullischen Schlenker durch die Stadt aber auch schon 18 Stunden gebraucht, wie Sprecherin Michaela Stangl schmunzelnd anmerkte.
Längst keine Verliererregion
Vulkanland-Obmann Josef Ober attestierte zu Beginn der Verleihung: „Wir sind keine Verliererregion. Wir sind die Region mit der höchsten kulinarischen Dichte in Europa.“ Die aktuelle Preisverleihung sei eine eindrucksvolle Bestätigung dieser Aussage. Es war die 64. Verleihung im 22. Jahrgang des Preises. Rund 580.000 Euro an Preisgeld wurden bis dato ausgeschüttet.

Kategorie Lebenskraft
Mit dem Refugium am Wald zum Sieg
Die 65. Innovationspreisverleihung fand in der Volksschule Pirching am Traubenberg statt. Die vorbildlich sanierte Schule war bereits 2021 mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Nun wurden im Turnsaal die Sieger der Kategorie Lebenskraft gekürt.
Das Refugium am Wald der Familie Christandl am Kalvarienberg in Feldbach siegte beim diesjährigen Bewerb. Ihr Gästehaus spielt alle Stückerl und ist auch in Sachen nachhaltiger Energieaufbringung ein Pionierprojekt. Der Imkerei Wapper mit Karoline Feiertag und René Suppan aus Pirching am Traubenberg wurde für ihre ganzheitliche Naturheilkunde bzw. Api-Therapie in ihrem „Bienenhaus“ der zweite Platz zugesprochen. Zwei Plätze gab es für zwei kirchliche Innovationen. Für die Regionalisierung des Messweines des Seelsorgeraumes Feldbach und seine Findung mittels Verkostung nahm Pfarrer Markus Schöck die Urkunde entgegen. Franz Treichler schließlich bekam die Urkunde für den dritten Platz für das „himmlische Urlaubsdomizil“ in Tieschen, das noch dazu auf nachhaltige Energieaufbringung achtet, überreicht. Konkret geht es um die wirtschaftlich vertretbare Nachnutzung des Pfarrhofes. „Bis zu 1.000 Nächtigungen können wir verbuchen“, freut sich Treichler über den regen Zuspruch.
Bio-Pionier Josef Eibler aus Manning wurde für sein Lebenswerk geehrt. Er hat sein Leben dem Biolandbau gewidmet und ist auch mit beinahe 80 Jahren noch immer hochinnovativ. So beschäftigt er sich aktuell mit dem großangelegten Gemüsebau mittels subtiler Terrassierung.
Einen Kooperationspreis gab es für den Verein „Vulkanlandtalente“, der vulkanlandweit 120 Kinder vereinsübergreifend trainiert und damit zur Höchstleistung anspornt. Die Stadtgemeinde Fehring bekam einen Sonderpreis Stadtentwicklung für die in einem Entwicklungsverein gebündelte Initiative „Fehring macht glücklich“. Und Direktor Gunter Wilfinger wurde für die Etablierung eines Schwerpunktes „Wirtschaft“ und des Schulversuches „IT und Lehre“ mit dem Schulentwicklungspreis ausgezeichnet. Einen Sonderpreis für kreativen „Erlebnishandel“ gab es für Jasmin Gutl von Prinz und Engel retro. Sie schafft es in hervorragender Weise, Anbieter zu vernetzen. Laudator und Juryvorsitzender Christian Krotscheck dazu: „Ihr Wesen kennt keine Kunden, nur Freunde.“ Den Sonderpreis „Inklusion“ bekam die Bücherei Straden gemeinsam mit der Lebenshilfe. Jeden ersten Freitag spielt in der Bücherei die inklusive BIM-Band auf. Für die innovative jugendliche Veranstaltungskultur gab es für die „Soluna-Events“ von Elena Reindl und Daniel Himmler aus Halbenrain bzw. Feldbach ebenfalls einen Sonderpreis. Und schließlich nahm Viktoria Hirtl vom Wirtschaftsbund federführend für das Veranstaltungskomitee des Stradener Wirtschaftsspektakels den Sonderpreis „Marktentwicklung“ entgegen. Einen Schulinnovationspreis gab es für die Tourismusschulen Bad Gleichenberg. Ihr Charity-Projekt „Pusteblume – Träume fliegen lassen“ wurde zur Gänze von den Tourismusschülern abgewickelt und brachte über 32.000 Euro für „Make a Whish Österreich. Hier wird schwerkranken Kindern ein Herzenswunsch erfüllt.
„Der heutige Abend zeigt, wie viel Lebenskraft in dieser Region steckt“, freute sich Vulkanland-Obmann Josef Ober. „Unserer Region wurde zu Beginn der Vulkanland-Entwicklung keine Zukunft gegeben. Heute sind wir ein Raum, in dem die Innovation von vielen inspirierten Menschen eigeninitiativ kommt.“
























































